Der Grafenstuhl der Wickrathberger Kirche






Die Wickrathberger Kirche,aus dem Weidengrund, entlang der Niers gesehen










Sowohl die Wickrather-, als auch die Wickrathberger Kirche wurden im gleichen Zeitraum gebaut.

Beide als katholische Kirchen!


Im südlichen Mönchengladbacher Stadtbezirk Wickrath entstanden im heutigen Ort Wickrath und in Wickrathberg je eine Kirche. Im Wickrather Raum bildete die Niers die Grenze zwischen dem Bistum Lüttich und dem Erzbistum Köln. Zwischen 1200 und 1205 ließ der Bischof von Lüttich auf seinem links der Niers liegenden Diözesangebiet Salvator eine Kirche weihen

Diese wunderschöne, im Barockstiel gehaltene Basilika, dem Hl. Antonius gewidmet, fiel 1945 einem verheerenden Bombenangriff zum Opfer.


Die Wickrathberger Kirche wurde vom Krieg verschont





Die Wickrathberger Kirche gehörte in der Zeit ihrer Erbauung zur Erzdiözese Köln und wird erstmals 1220 erwähnt.

Aus der etwa 500jährigen Geschichte als katholische Gemeinde ist nur wenig bekannt und den meisten Bürgern heute nicht mehr im Bewusstsein.


Der romanische Bau der Wickrathberger Kirche war als dreischiffige Basilika angelegt. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche vollständig umgebaut. Von der Rokoko-Ausstattung aus den 70er Jahren des 18. Jh. sind Orgel, Kanzel, Gestühl und besonders die Grafenloge, mit dem von zwei Bären flankierten Wappen der Herren Quadt-Wickrath sehenswert, die seit 1752 Reichsgrafen waren.


Die Wickrathberger Kirche, zieht vor allem wegen des Grafenstuhls, jedes Jahr viele Besucher an.

Der Innenraum der Kirche bildet eine geschlossene Einheit, die man am Niederrhein nicht noch einmal findet.


Textauszüge:.Mönchengladbach-Wickrath von Wolfgang Löhr



Einführung der Reformation


(1540) reformierte Gemeinde in Wickrathberg (Rheinen, S. 14-17), fraglich, ob der damalige Herr zu Wickrath, Johann von Quadt (1517-66), schon eindeutig Calvinist war. Unter seinem Sohn Dietrich (gest. 1589) und seinen Enkeln Johann (gest. 1645) und Friedrich (gest.1653) freies öffentliches Gemeindeleben in Wickrathberg.


Bis 1569 evangelischer Gottesdienst Augsburger Konfession in der Kirche zu Wickrath, danach Rückgabe der Kirche an die katholische Gemeinde (Hermans III, S. 99; Arch W Isny 11, 1560)


(1600) heimliche Gemeinde in Wickrath, danach zur reformierten Gemeinde Wickrathberg, heute im Kirchenkreis Gladbach (Rosenkranz I, S. 284 f)


aus: Rheinischer Städteatlas IV Nr. 24, bearb. Von Wolfgang Löhr, 2. Aufl. Köln/Bonn 1998



Der vorletzte Reichsgraf Wilhelm Otto Friedrich (1717- 1785) hat als erster den spätbarocken Grafenstuhl genutzt. Ebenso sein Sohn Otto Wilhelm (1758-1829), bis er 1794 über den Rhein vertrieben wurde.

Beide, Vater und Sohn, sind auf den beiden Bildern in Schloß Rheydt zu sehen.


Seit Ende 2013 sind farbige Nachdrucke der beiden Grafen im Großformat im Nassauer Stall in Wickrath ausgestellt




Bilder des Innenraums der Kirche mit freundlicher Genehmigung der Ev. Kirchengemeinde Wickrathberg


Fotos: W. Marx