Heu – traditionelles Tierfutter

 

 

Als Heu bezeichnet man die getrocknete oberirdische Biomasse von Grünlandpflanzen (Gräser, Kräuter,

Hülsenfrüchtler). Es dient in der Regel

als Futter für Nutz- und Haustiere.

 

 

 

Nach Vorbereitung des Ackers durch Pflügen und Eggen, wurde in früherer Zeit das Saatgut

mit der Hand (Breitsaat) aus dem Säsack und später aus der Wanne auf das Feld gestreut.

Nach einem nochmaligen Eggen wurde durch walzen der Samen in den Boden gepresst. Mit der Erfindung der Drillmaschine konnte man den Samen in Reih und Glied pflanzen.

Gewinnung

Um durch Wasserentzug eine Konservierung des aus Gräsern und Wiesenkräutern bestehenden Aufwuchses von Grünland, zum Beispiel von Wiesen, durch Trocknung zu erzielen, muss der gemähte Aufwuchs möglichst rasch, aber zugleich schonend, in Form der Boden- trocknung, der Gerüsttrocknung oder der Unterdachtrocknung, heute, mit Einsatz von Belüftungsverfahren getrocknet werden.

 

Mahd

Der günstigste Zeitpunkt für die Heumahd liegt auf Mineralbodenstandorten in der zweiten Julihälfte, wenn die Biomasse am größten ist.

 

 

 

 
 

Frisch gewendetes  Heu                              Foto W.Marx

 

 

Nach der Mahd trocknet das Gras einige Tage und wird täglich gewendet. Später wird es zu kleinen Haufen geharkt, um endgültig zu trocknen.

 

 

 
 

                                                Foto. W. Marx

Mähbalken für Pferde-Gespann, Gut Wildenrath

 

Der Mähbalken mit gegen einander laufenden Messern wurde 1851 in England erfunden und wurde 1963 durch den Kreiselmäher abgelöst.

Ursprünglich wurden Sensen verwendet. Danach kamen von Pferden gezogene Mäbalken zum Einsatz.

Später übernahmen das Traktoren.   Messermähwerke schneiden gleichmäßig und glatt. Niedrigwüchsige Arten bleiben bis auf die Blütentriebe meist verschont und treiben nach kurzer Zeit erneut.

 

 

 

 

 
 

Heinen Marianne

Winkens Karin

aus Wickrathhahn

 

Archiv Eduad Allwicher

 

Spielen im Heu, wurde nicht gerne gesehen.

Das Innere diente als herrliches Versteck.

 

Durch den späten Mahdtermin werden Pflanzenarten gefördert, die relativ spät blühen und auf Fortpflanzung über Samen angewiesen sind. Diese fallen während des Trocknens und Heuwendens aus und tragen so zur Reproduktion der Vegetation bei.

 

 

Pferdebetriebener Gabelwender -  aus Wikipedia

 

Kreiszettelwender

besteht aus einem oder mehreren Paaren Zinkenkreisel, die unter einem klappbar ausgeführten Rahmen befestigt sind. An den Kreiseln befinden sich vier bis acht Zinken- träger, an deren Ende Doppelzinken aus Federstahl angebracht sind. Die von der Zapfwelle des Traktors angetriebenen Kreisel drehen sich paarweise gegeneinander;  daher gibt es nur Geräte mit einer geraden Zahl von Kreiseln. Über einen Spindel-Mechanismus lassen sich die Kreisel mehr oder weniger stark zum Boden hin absenken.

 
 

Kreiszettelwender in Transportstellung     W. Marx

 

 

Gabelheuwender

 

Eine bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte Bauart ist der Gabelheuwender. In der Ausführung ist er dem Wenden mit der Heugabel, ursprünglich aus Holz, nachempfunden.

Die einzelnen Gabeln sind auf einer Kurbelwelle befestigt und werfen das Mähgut nach hinten hoch. Vorteil des Gabel- Heuwenders ist die schonende Behandlung des fast trockenen Heus. Gabelheuwender wurden bis in die 1960er Jahre produziert.

 

 
 

Zettelwender mit sechs Kreisel               Foto W.  Marx

 

 

Abfuhr des Heus

Zur Abfuhr des Heues wird dieses in der modernen Landwirtschaft meistens mit Ballenpressen zu kleinen Hochdruckballen oder großen, bis zu mehreren hundert Kilogramm schweren Rund- oder Quaderballen gepresst. Bei einer trockenen Lagerung kann das Heu auf diese Weise über ein Jahr lang als Futtermittel für Nutztiere verwendet werden.                      

 

 

 

 

In verschiedenen Gebieten gibt es noch das Verfahren der Gerüst-Trocknung, wodurch die negativen Einflüsse von Niederschlägen auf die Trocknung des Erntegutes verringert werden können. Nachteil im Sinne einer rationellen Landwirtschaft nach heutigen Maßstäben. Dieses Verfahren ist mit einem hohen Maß an Handarbeit verbunden.   Quelle Wikipedia                        

 

Heu oder Heulage

Die einen Pferdehalter schwören auf Heu, die anderen auf Heulage (Silage). Welches Futter eignet sich nun am besten für Pferde? Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Wichtig ist, das das Pferd ausreichend mit Raufutter versorgt wird. Eine alte Frage mit ebenso eindeutiger Antwort: Für die Raufutterversorgung der Pferde kommt beides in Betracht. Bei der Produktion von Heulage gehen nur

 

 

etwa 15 bis 20% des Grases verloren. Bei Heu betragen die Verluste je nach Ernte mehr als 50%.

Die in der Heulage enthaltenen Milchsäure- Bakterien vernichten außerdem durch ihren Gärprozess die die im Rohmatrial enthaltenen Schimmelsporen.

Deshalb ist Heulage ein absolut hervorragend geeignetes Raufutter für Pferde.

              Textauszug:  Landwirtschaftskammer NRW

 

 

 

 
 

 

 

 

Das bereits gemähte Gras wird aufgesogen und zu Ballen gepresst. Die zweite Einheit nimmt die Ballen auf und ummantelt sie.

 

 

Die auf dem Acker verstreuten Ballen werden durch einen Frontlader aufgeladen und auf ein Transportwagen verladen.            Fotos W. Marx